Für Straßenkinder gehen sie selbst auf die Straße
06 December 2004

Bonn: Für Straßenkinder in Bolivien selbst auf die Straße gehen: Unter diesem Motto sind am Sonntagnachmittag rund 200 Freiwillige mit Plakaten und Luftballons drei Kilometer durch die Bonner Innenstadt gezogen und haben für ehrenamtliches Engagement geworben. Aufgerufen zu dieser Aktion am "Internationalen Tag der Freiwilligen" hatten die Mitarbeiter des UN-Freiwilligenprogramms (UN Volunteers) und die Stadt Bonn.

"Wir wollten's jetzt wissen", sagt Caroline Stiebler, Sprecherin der Mitarbeiter des UN-Programms. Seit Jahren hätten sie bei der Organisation von Aktionen zum Tag der Freiwilligen geholfen, der jedes Jahr am 5. Dezember begangen wird. "Nun dachten wir, es sei an der Zeit, ein eigenes Projekt zu initiieren." Gesagt, getan: Mit Hilfe der Stadt Bonn trommelten die Mitarbeiter schließlich freiwillige Helfer zusammen, um für Straßenkinder in Brasilien Spenden zu sammeln.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mehr als 3 000 Euro zählten die UN-Mitarbeiter am Sonntag, als bei einem Empfang im Alten Rathaus die rund 40 Sammelbüchsen geleert wurden. "Ich freue mich über die zahlreichen freiwilligen Spendensammler und danke ihnen für ihr Engagement", sagte Bürgermeister Peter Finger. Die Aktion sei ein Zeichen für die gute Partnerschaft der Stadt Bonn mit den UN Volunteers.

Auch André Carvalho, Direktor der Hauptabteilung Programmentwicklung der UN Volunteers, sprach den Helfern seinen Dank aus. UN Volunteers hätten keine bestimmte Nationalität und keine bestimmte Hautfarbe - das einzige, was sie gemeinsam hätten, sei das Verlangen zu helfen, so Carvalho.

Zugute kommen sollen die Spenden dem Straßenkinderprojekt NAIRA in La Paz. Zwischen Bonn und der bolivianischen Hauptstadt besteht eine Städtepartnerschaft. "Mit der gespendeten Summe können wir unsere Arbeit fünf Monate lang finanzieren", freut sich Kirsten Steinhof, Sprecherin von NAIRA.

Der Verein, der 1994 gegründet wurde und aus lediglich zehn Mitarbeitern besteht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensbedingungen von Straßenkindern in La Paz zu verbessern. Das Team vor Ort führt unter anderem Werkstatt-Projekte durch, motiviert die Kinder zum Schulbesuch oder betreut sie bei den Hausaufgaben.

André Carvalho von den UN Volunteers bezeichnete die Aktion als "Botschaft der Hoffnung". Um diese Botschaft an die Öffentlichkeit zu bringen, zogen Spendensammler und andere Freiwillige im Anschluss durch die Stadt. Dabei machte der Zug auch auf die acht Milleniumsziele der Vereinten Nationen aufmerksam, zu denen unter anderem die Bekämpfung von Armut, Hunger, Krankheit, Analphabetismus und Umweltverschmutzung sowie der Diskriminierung von Frauen gehören.

Quelle: General Anzeiger





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